Lob für Leistungen der Zahnärzteschaft

Erfolgreicher 55. Bayerischer Zahnärztetag in München

Auf große Resonanz stieß der diesjährige Bayerische Zahnärztetag, zu dem vom 23. bis 25. Oktober Zahnmediziner aus ganz Deutschland sowie den angrenzenden Nachbarländern nach München gekommen waren. „Zahn trifft Medizin – Zähne und Kiefer im Netzwerk des Körpers“, so das Thema des Fachkongresses, bei dem Wechselwirkungen zwischen Munderkrankungen sowie Allgemeinerkrankungen aufgezeigt wurden. Mehr als 1.300 Teilnehmer besuchten die Veranstaltung, die heuer bereits zum 55. Mal in der Landeshauptstadt stattfand.

Lob und Anerkennung fanden die zahnmedizinischen Leistungen auf dem Gebiet der Prävention seitens Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) zum Auftakt des Bayerischen Zahnärztetages. Zuvor hatte der Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer, Prof. Dr. Christoph Benz, den Wandel von der kurativen zur präventiven Zahnmedizin veranschaulicht. Benz stellte weitere „dramatische“ Verbesserungen der Zahngesundheit – dokumentiert durch die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V), die in den nächsten Tagen veröffentlicht werde – in Aussicht. Um diese Erfolge zu sichern, braucht der Berufsstand verlässliche Rahmenbedingungen. Dies forderte der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Peter Engel.

Dazu zählen auch die Verträge mit den Krankenkassen, die von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) verhandelt werden. Hier kritisierte der Vorsitzende des Vorstands der KZVB, Dr. Janusz Rat, das Verhalten der AOK Bayern, die trotz hoher Beitragsüberschüsse nicht genügend Mittel für die zahnärztliche Versorgung ihrer Versicherten zur Verfügung stelle. Aufgrund drohender Budgetüberschreitungen musste die KZVB für den Zeitraum 6. Oktober bis 23. Dezember 2014 den mit der AOK Bayern vereinbarten Punktwert aussetzen. Die Zahnärzte müssen in dieser Zeit mit erheblichen Honorarkürzungen rechnen. Rat kritisierte, dass die AOK Bayern Millionen in ein Präventionsprogramm stecke, aber gleichzeitig einen Schiedsspruch mit der Begründung beklage, dass er die Beitragssatzstabilität gefährde. Für Praxen mit einem hohen Anteil AOK-Versicherter sei die Unterfinanzierung zahnärztlicher Leistungen bei der AOK Bayern ein enormes wirtschaftliches Risiko.

Um Risiken, die sich aus der Entwicklung im Bereich der Datenwirtschaft für den Gesundheitssektor ergeben können, ging es im Vortrag des Bloggers und Spiegel Online-Kolumnisten Sascha Lobo. Er zeigte auf, welche Wirtschaftsmacht die sogenannten sozialen Netzwerke mittlerweile darstellen und über welche technologischen Entwicklungen zur Datenerfassung – auch im Mund – die Datenwirtschaft bereits heute verfüge. „Schützen Sie diese Daten – Sie sind es der Gesellschaft schuldig“, so lautete der eindringliche Appell von Lobo. Zugleich verband er damit die Forderung, die Berufsvertretung müsse – ähnlich wie die Steuerberater – eigene und sichere elektronische Netzwerke entwickeln.

 back