VFB im Bayerischen Sozialministerium

Zu Gast bei Staatsministerin Emilia Müller

Termin Emilia MüllerAm 2. Juni 2014 trafen sich Mitglieder des Präsidiums des Verbandes Freier Berufe in Bayern zu einem Gesprächstermin mit der Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration Emilia Müller im Bayerischen Sozialministerium. Von Seiten des VFB nahmen an dem Gespräch VFB-Präsident Dr. Fritz Kempter, VFB-Vizepräsident und Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler Bayern Klaus von Gaffron sowie die VFB-Geschäftsführerin Julia Maßmann teil.

Thema des Gesprächs war zunächst die Arbeitsgerichtsbarkeit als getrennte Gerichtsbarkeit. Herr Dr. Kempter erklärte, dass die hohe Qualität der Rechtsprechung in Bayern auch maßgeblich darauf zurückzuführen sei, dass es in Bayern getrennte Gerichtsbarkeiten und eine hoch spezialisierte Anwaltschaft gebe. Der VFB kämpfe für die Beibehaltung der getrennten Gerichtsbarkeiten. Staatsministerin Müller entgegnete, dass eine Abschaffung der getrennten Gerichtsbarkeiten derzeit nicht diskutiert werde und sie das Thema auch nicht erneut „entfachen“ wolle.

Zum Thema Frauen in Freien Berufen berichtete Staatsministerin Müller, dass es nach wie vor zu wenig Frauen in den MINT-Fächern und in Führungspositionen gebe. Frauen seien die Bildungsgewinnerinnen aber nicht die Karrieregewinnerinnen. Es müsse etwas getan werden, um das Bewusstsein hierfür zu schärfen. Sie unterstütze deshalb die Forderung nach einer Quote in Wirtschaftsunternehmen. Außerdem gebe es das Problem der Entwertung von denjenigen Berufen, in denen der Frauenanteil ansteige oder immer schon hoch sei (beispielsweise Erzieherinnen und Pflegerinnen). Ein weiteres Problem sei, dass Frauen in gleicher Position nach wie vor weniger verdienen als Männer.

Herr Dr. Kempter entgegnete, dass auch der VFB der Einführung einer Quote aufgeschlossen gegenüberstehe und es auch in der Wirtschaft durchaus aufgeschlossene Unternehmen gebe. Wichtig sei auch die Verbesserung der Schulbetreuung. Mehr Ganztagsbetreuung und Flexibilität sei nötig.

Zur Situation von Künstlerinnen, berichtete Herr von Gaffron, dass die vom Bundesfamilienministerium stets erfolgte Förderung des Gabriele Münter Preises in der letzten Legislaturperiode unter Ministerin Kristina Schröder gestrichen worden sei. Der seit 1994 im dreijährigen Turnus ausgeschriebene Preis habe sich speziell an Künstlerinnen gerichtet, die das vierzigste Lebensjahr erreicht haben. Er habe damit der Tatsache Rechnung getragen, dass Frauen bei hoch dotierten Preisen noch immer unterrepräsentiert sind. Die Auslobung berücksichtigte besonders, dass bei gängigen Kunstpreisen und Stipendien eine Altersgrenze von 30 Jahren die Beteiligung von Künstlerinnen, die eine Familienphase hinter sich haben, kaum zulässt. Der Erhalt dieses Preises sei aus diesem Grund überaus wichtig.

Der Versuch, den Preis über Sponsoren aus der Wirtschaft zu finanzieren, sei nicht erfolgreich gewesen, so dass der Preis „auf Eis liege“. Herr von Gaffron erklärte, ihm sei bewusst, dass es sich um ein Bundesthema handele. Trotzdem bitte er die Staatsministerin um Unterstützung bei seiner Forderung nach Erhalt des Preises.

Staatsministerin Müller entgegnete, sie nehme es gerne auf, wie angesprochen sei es aber ein Bundesthema. Auf Landesebene könne sie sich vorstellen, dass der von ihr ins Leben gerufene Bayerische Miteinander-Preis für behinderte Künstlerinnen interessant sein könne. Die Anmeldefrist laufe bis zum 29. August 2014. Herr von Gaffron kündigte an, dies in die Vorstandssitzung des Berufsverbandes Bildender Künstler Bayern einzubringen.

Herr von Gaffrons Anregung das Foyer des Bayerischen Sozialministeriums für Kunstausstellungen zu öffnen, nahm die Staatsministerin gerne auf und machte ihrerseits den Vorschlag bei einer der nächsten Veranstaltungen eine Installation vor dem Haus stattfinden zu lassen.

Abschließend hob Staatsministerin Müller hervor, wie sehr sie die Arbeit des VFB zu schätzen wisse und bedankte sich für die offene Art der Kommunikation.

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