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PTK Bayern fordert mehr Prävention zur Verhinderung psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen
Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter sind weit verbreitet und nehmen zu. Mittlerweile leidet fast jedes dritte Kind im Laufe seiner Entwicklung unter einer psychischen Erkrankung. Im Vordergrund stehen Depressionen, aggressive Verhaltensweisen, ADHS und Angststörungen. Die Zahl der psychisch kranken Kinder und Jugendlichen, die stationär im Krankenhaus behandelt werden, nimmt rapide zu. Bei den unter 15jährigen um 23 Prozent, bei den 15- bis 19jährigen sogar um 42 Prozent. Insgesamt wurden nach der Krankenhausstatistik des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2008 rund 120.000 psychisch kranke Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren stationär behandelt.
Angesichts dieser Zahlen fordert die Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (PTK Bayern) ein verstärktes Engagement in der Prävention. Ziel müsse der flächendeckende Zugang für alle bayerischen Bürger und insbesondere für Kinder und Jugendliche zu erprobten und wissenschaftlich evaluierten präventiven Maßnahmen sein. Wie auch der 13. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung belegt, ist die notwendige Kooperation für flächendeckende präventive Angebote jedoch wegen der geteilten Finanzverantwortung der Träger in der Praxis bislang strukturell stark behindert. Die PTK Bayern spricht sich daher für eine integrierende gesetzliche Regelung („Präventionsgesetz“) aus. Hierzu sollen die Träger und Akteure aus dem Gesundheitswesen, der Jugendhilfe und dem Bildungsbereich auf ein konzertiertes Zusammenwirken bei der Prävention psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen verpflichtet werden.
Die PTK Bayern war selbst im Jahr 2009 mit mehreren Projekten zum Thema Prävention aktiv. So gab es im letzten Jahr eine Fortbildungs- und Informationsveranstaltung mit fast 600 Teilnehmern und eine begleitende viel beachtete Pressekonferenz, bei denen ein Schwerpunkt auf der Prävention von psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen lag. Außerdem arbeitet die Kammer aktiv am Runden Tisch „Kinder- und Jugendpsychiatrie“ der drei Staatsministerien für Gesundheit, Soziales und Unterricht mit und gestaltet die Berichte zu den Themen Prävention und Behandlung entscheidend mit. Drittens wurde für die Stadt München für deren Projekt „Prävention psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen in München“ ein Beratungspapier erstellt. Schließlich wirkte die PTK Bayern an der Münchener Woche für seelische Gesundheit und an einer Resolution des bayerischen Landesgesundheitsrates mit.

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