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Verband Freier Berufe in Bayern e.V.

Umfrage des Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB) zur Stimmungslage der Freien Berufe Drucken E-Mail

Stimmungsbarometer zeigt trotz Krise weiter nach oben

Die Ergebnisse der aktuellen, vom BFB halbjährlich unter dessen Mitgliedern erhobenen Stimmungsumfrage zeigt, dass sich die Wirtschafts- und Finanzkrise kaum negativ auf die wirtschaftliche Lage der meisten Freien Berufe auswirkt. Erstmals wurde auch explizit zu den Auswirkungen der Krise befragt.

Das BFB-Stimmungsbarometer zeigt aktuell einen Schulnotenwert von 3,39. Damit schätzen die rund eine Million Selbstständigen in den Freien Berufen ihre Lage gerade noch als befriedigend ein. Es lässt sich eine leichte Erholung und Stabilisierung der Lage ablesen. Der Aufwärtstrend ist zwar verhalten, aber er hält an. Vor einem Jahr lag der Wert bei 3,78 und konnte sich zum Sommer mit 3,6 leicht erholen. Dieser Trend verstetigt und verstärkt sich jetzt. Die verhalten ansteigende Stimmung ist aber nur bei drei der vier Säulen der Freien Berufe abzulesen.

Zu dem verbesserten Durchschnittsergebnis hat besonders die Lageeinschätzung der freien Heilberufler beigetragen. Gegenüber dem Vorjahreswert von 4,2 und dem Sommerwert für ihren Bereich von 3,81, sehen sie ihre wirtschaftliche Lage jetzt zum Jahreswechsel mit 3,29 deutlich optimistischer. Der Bereich der freien Heilberufler, insbesondere innerhalb des Sektors der Gesetzlichen Krankenversicherung, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht von der Krise betroffen. Ein Grund dafür ist der Effekt, dass die Gesundheitswirtschaft in der Regel erst zeitverzögert von einer konjunkturbedingten Wirtschaftskrise getroffen wird. Nämlich dann, wenn durch steigende Arbeitslosenzahlen der Druck auf die sozialen Sicherungssysteme wegen sinkender Einnahmen zunimmt.

Bei den freien rechts-, steuer- und wirtschaftsberatenden Berufen hat sich der Wert von 2,8 zum Jahreswechsel 2008 auf 2009 und einem Sommerwert von 3,6 mit nunmehr 3,5 stabilisiert. Bei den freien technisch-naturwissenschaftlichen Berufen kletterte der Vorjahreswert von 4,1 via 3,55 zum Halbjahr auf nunmehr 3,4 und stabilisiert sich ebenfalls. Von den freien Kulturberufen wurde die eigene Lage vor einem Jahr mit 3,5, im Sommer mit 3,0 und nunmehr erneut mit 3,5 vermessen.

Trotz der befriedigenden Beurteilung ist ein differenzierter Blick auf die vier verschiedenen Säulen der Freien Berufe und auch die Größenstruktur notwendig. So sind die freien Kulturberufe wie etwa Lektoren deutlich von der Krise betroffen, weil krisenbedingt weniger für Dienstleistungen aus diesem Bereich ausgegeben wird. Zudem sind gerade kleinere Freiberuflerbüros vereinzelt sehr stark betroffen. Im Architektur- und Ingenieurbereich liegt dies auch daran, dass private Aufträge weg brechen und nicht ausreichend durch öffentliche Aufträge abgefedert werden können. Ein weiteres Phänomen zeigt sich vereinzelt bei kleineren Kanzleien im rechts- und wirtschaftsberatenden Bereich. Hier führt neben einem Nachfragerückgang auch die sinkende Liquidität der Auftraggeber zu einer angespannten Situation.

In Summe ist die Botschaft zum Jahreswechsel deutlich positiv, auch mit Blick auf die Umsatzerwartungen und das zu erwartende Geschäftsergebnis. Für 2010 rechnen die Freien Berufe größtenteils mit gleichbleibenden oder leicht steigenden Ergebnissen.

So sind auch die Signale für die rund drei Millionen Beschäftigten in den Freien Berufen verhalten positiv. In absehbarer Zeit wird es nicht zu einem massiven Beschäftigungsabbau kommen. Vielmehr rechnen die freiberuflichen Praxen, Kanzleien und Büros mehrheitlich damit, die Zahl der Beschäftigten stabil halten zu können.

Trotz dieser guten Aussichten muss die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für die Freien Berufe, die mit ihren Mitarbeitern rund zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaften, weiter verbessern. Hierzu ist es notwendig, den Zugang zu Krediten mit Blick auf die Vergabepraxis besser zuzuschneiden. So müssen bei der Kreditvergabe an Freiberufler zukünftig verstärkt Faktoren wie Wissen, Persönlichkeitsstruktur und Marktprognose berücksichtigt werden.

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