|
Aktuelle Ausbildungszahlen zum Stichtag 30. September 2009
Die Ausbildungsleistung der Freien Berufe, die mit acht Prozent Anteil an allen Ausbildungsplätzen den drittgrößten Ausbildungsbereich stellen, bleibt trotz Wirtschafts- und Finanzkrise hoch.
Zum 30. September 2009 wurden 42.675 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge bei den Freien Berufen registriert. Das bedeutet zwar mit 1.272 weniger abgeschlossenen Verträgen einen Rückgang um 2,9 % im Vergleich zum Vorjahr, angesichts der massiven Wirtschafts- und Finanzkrise, die auch an den Freien Berufen nicht spurlos vorbeigeht, ist dies allerdings ein hervorragendes Ergebnis. So liegt der Rückgang bei den beiden Ausbildungsbereichen DIHK und Handwerksbereich zusammen bei 8,4 %.
In den alten Bundesländern beträgt der Rückgang 3,0 %, in den neuen Bundesländern fällt der Rückgang mit 2,3 % noch etwas geringer aus.
Betrachtet man die einzelnen Ausbildungsberufe getrennt, so fällt auf, dass für den Beruf zum Steuerfachangestellten im dritten Jahr in Folge ein bundesweites Plus - diesmal um 0,6 % auf 6.482 Neuverträge - festzustellen ist.
Bei den Ausbildungsberufen in den rechtsberatenden Berufen ist dagegen ein leichter Rückgang um 1,6 % auf 6.868 Verträge (das sind lediglich 114 Verträge weniger als im Vorjahr) zu verzeichnen. In diesem Bereich macht sich der technische Fortschritt bei Bürokommunikationsmitteln bemerkbar, die in immer mehr Bereichen der Büroarbeit die menschliche Arbeitskraft ersetzen. Dazu kommt die rückläufige Entwicklung der Kanzleien von Anwaltsnotaren, was sich zahlenmäßig negativ auf die Ausbildung zum Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten auswirkt.
Im zahlenmäßig größten Ausbildungsberuf, der Medizinischen Fachangestellten, beträgt der Rückgang 4,5 % auf nunmehr bundesweit 14.282 Neuverträge (das sind 670 Verträge weniger). Ausschlaggebend hierfür dürften die mit der Einführung des Gesundheitsfonds und der Honorarreform eingetretene Verunsicherung gewesen sein. Insgesamt erfreut sich dieser Ausbildungsberuf aber nach wie vor größter Beliebtheit und liegt weiter unter den TOP Fünf der von jungen Frauen am häufigsten gewählten Ausbildungsberufe.
Die Zahl bei den Zahnmedizinischen Fachangestellten ist mit einem bundesweiten Minus von 2,8 % auf 11.293 Neuverträge (ein Minus von 330 Verträgen) etwas weniger rückläufig.
Bei der Ausbildung zum Pharmazeutisch-Kaufmännischen Angestellte ist ein Rückgang um 5,1 % auf 1.990 Neuverträge (ein Minus von 106 Verträgen) zu verzeichnen.
Die Quote der sogenannten außerbetrieblichen Ausbildungsverträge, also den Verträgen, die zu mehr als 50 % durch Mittel der Bundesagentur für Arbeit finanziert sind, ist nochmals gesunken von 1,3 % in 2008 auf nunmehr 1,1 %. Damit fallen lediglich 462 Verträge unter die außerbetriebliche Ausbildung. Die Freien Berufe weisen damit den mit Abstand geringsten Teil solch subventionierter Ausbildungsplätze aller Ausbildungsbereiche auf, was das Ausbildungsengagement der Freien Berufe noch weiter aufwertet.

|