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Verband Freier Berufe in Bayern e.V.

VFB im Dialog mit den Kirchen Drucken E-Mail

Regionalbischöfin Breit-Keßler mit VFB-Präsident Dr. Kempter
Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler im Gespräch mit VFB-Präsident Dr. Fritz Kempter
(Photo: VFB/Julia Maßmann)

VFB im Gespräch mit Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler

Am 7. Dezember 2009 war der VFB im Landeskirchenamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zu Gast. An dem sehr freundschaftlichen Gespräch mit Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler nahm neben VFB-Präsident Dr. Fritz Kempter die VFB-Geschäftsführerin Julia Maßmann teil.

Ziel des Gespräches war es, den Austausch mit den Kirchen zu fördern und die Möglichkeit gemeinsamer Veranstaltungen auszuloten.

Bereits im Sommer 2008 war der VFB bei der Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, im Jüdischen Gemeindezentrum am St.-Jakobs-Platz in München zu Gast. Gerade in der jetzigen Zeit der Wirtschaftskrise sollten nach Ansicht des VFB die Kirchen in den Dialog zwischen politischen Parteien und Vertretern aus Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur eingebunden sein, weshalb der VFB nach einem Gespräch mit der kommissarischen Leiterin des Katholischen Büros Bayern, Frau Rechtsanwältin Bettina Nickel im September 2009 nun auch das Gespräch mit der evangelischen Kirche suchte.

VFB-Präsident Dr. Kempter betonte denn auch in dem Gespräch den Mehrwert der Freien Berufe für eine Gesellschaft, in der Materialisierung und Kommerzialisierung zunehmen und stellte das Leitbild der Freien Berufe vor.

Frau Breit-Keßler erklärte, dass es für die evangelische Kirche wichtig sei auch mit Vertretern der Freien Berufe in Kontakt zu treten, da viele Themen, für die die evangelische Kirche streite, gerade beim Mittelstand verstärkt wahrgenommen werden. Ein Beispiel hierfür sei der Feiertags- und Sonntagsschutz. Eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten schade nicht nur dem Familienleben, sondern behindere auch ehrenamtliches Engagement außerhalb der Arbeitszeit. Sie sei deshalb sehr erleichtert über das Verbot des Bundesverfassungsgerichts von Ladenöffnungen an vier aufeinanderfolgenden Adventssonntagen in Berlin. Der Wortlaut des Urteils deute hier glücklicherweise eine Kehrtwende an. Herr Dr. Kempter bestärkte Frau Breit-Keßler in ihrer Einstellung zum Feiertagsschutz.

Weiteres Thema bei der evangelischen Kirche sei das Problem der reinen Frauenberufe. In Pflege- und Erziehungsberufen gebe es kaum männliche Berufsangehörige, was zu einer gesellschaftlichen Geringschätzung und zu einer schlechteren Bezahlung in diesen Berufen führe. Die evangelische Kirche versuche deshalb verstärkt bei Männern für diese Berufe zu werben.

Schließlich habe die evangelische Kirche mit den Folgen der Konjunkturpakete zu kämpfen. Entlastungen von Unternehmen würden zu Verlust von Kirchensteuerbeträgen führen. Dies wiederum führe dazu, dass die Kirche ihre Aufgaben wie die Trägerschaft von Einrichtungen wie Kindergärten bald nicht mehr leisten könne.

Im Hinblick auf eine weitere Zusammenarbeit kamen Frau Breit-Keßler und Dr. Kempter überein, dass ein stärkeres gegenseitiges Einbeziehen wünschenswert wäre. Denn wie Herr Dr. Kempter beklagte, sei die Präsenz der Kirchen bei Veranstaltungen der Freien Berufe gering. Denkbar sei beispielsweise ein Einbezug im Rahmen von Podiumsdiskussionen, wozu Frau Breit-Keßler ihre Bereitschaft erklärte.

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