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Verband Freier Berufe in Bayern e.V.

Bachelor-Studiengang Arztassistent Drucken E-Mail

Baden-Württemberg startet neues Ausbildungsangebot

Als erstes Bundesland will Baden-Württemberg sogenannte Arztassistenten ausbilden. Die ersten 30 Studenten sollen im Studienjahr 2010/2011 an der Dualen Hochschule Karlsruhe mit dem dreijährigen Bachelor-Studiengang starten. Er soll pflegerische und medizinische Elemente enthalten und nach sechs Semestern mit einem Bachelor abschließen. Die ausgebildeten Arztassistenten werden mit ihrer Qualifizierung eine Position zwischen Arzt und Krankenschwester oder -pfleger einnehmen und sollen Ärzte an Krankenhäusern entlasten.

In Großbritannien und in den USA gibt es bereits seit Längerem den Physician Assistant. Er erledigt Routineaufgaben, die der Arzt an ihn delegiert. Ein Masterstudiengang, mit dem Arztassistenten sich weiter qualifizieren könnten, ist bislang nicht vorgesehen. Einen Übergang zum Medizinstudium soll es nicht geben.

Die baden-württembergische Landesärztekammer ist alles andere als glücklich über diese Entwicklung in ihrem Bundesland. "Der Arztassistent als neue Kompetenzebene stellt keine Antwort auf aktuelle Probleme in den Kliniken dar", meint die Präsidentin der baden-württembergischen Landesärztekammer Dr. Ulrike Wahl. Zwar erbrächten Ärzte zunehmend medizinferne Tätigkeiten. Dies sei "ohne Zweifel Grund, sich Gedanken zur Abhilfe zu machen", so Wahl. Der Arzt-Assistent sei jedoch keine Antwort. Zu befürchten sei, dass in Deutschland künftig manche Planstelle eines Krankenhausarztes durch die eines Arztassistenten ersetzt werde. Schließlich könnten Arztassistenten auch als Option zur Kostendämpfung missverstanden werden.

Auch der Verband Freier Berufe in Bayern hat sich mehrfach gegen eine Bachelor-Qualifikation in der Medizin ausgesprochen. Es ist unmöglich, in einem dreijährigen Bachelor-Studium sowohl eine solide wissenschaftliche Grundausbildung als auch eine spezifische Berufsbefähigung zu vermitteln. Auch in Zukunft müssen Patienten Anspruch auf einen Facharztstandard haben, mit einer Schmalspur-Medizin ist dagegen keinem gedient.

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