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Verbot von Pick-up-Stellen geplant
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Apotheker profitieren vom Koalitionsvertrag
Die neue Bundesregierung hat sich mit ihrem Koalitionsvertrag hinter die Apotheker gestellt. Auf Seite 79 des 128 Seiten umfassenden Vertrags heißt es unter anderem:
„Die freiberuflichen Apothekerinnen und Apotheker spielen für eine gute Arzneimittelversorgung eine zentrale und wichtige Rolle. Eine Änderung des bestehenden Mehr- und Fremdbesitzverbotes lehnen wir deshalb ab. Wir werden die Auswüchse beim Versandhandel bekämpfen, indem wir die Abgabe von Arzneimitteln in den sogenannten Pick-up-Stellen verbieten.
Die Vielzahl der sich zum Teil widersprechenden Instrumente, die den Arzneimittelmarkt regeln, werden wir überprüfen. Die Überregulierung wird abgebaut. Der Arzneimittelmarkt wird unter patienten-, mittelstandsfreundlichen und wettbewerblichen Kriterien effizient neu geordnet.“
Damit hat die Politik nun endlich die Gefahren für die Arzneimittelsicherheit, die mit diesem Vertriebsweg verbunden sind, erkannt. Höchste Zeit das Problem zu lösen, denn seit Oktober bietet die Drogeriemarktkette dm bereits zusammen mit ihrem Kooperationspartner Europa Apotheek Venlo den versandkostenfreien Bestellweg für apothekenpflichtige Arzneimittel an: Kunden können online bei der niederländischen Versandapotheke bestellen und die Produkte in einer dm-Filiale abholen. In 1000 ihrer 1105 deutschen Filialen hat die Drogeriemarktkette dm bereits Pick-up-Stellen eingerichtet. Im Sortiment finden sich bei dm zwar noch keine apothekenexklusiven Produkte. Auch im Sortiment tauchen apothekenexklusive OTC-Produkte (over the counter) aber immer häufiger außerhalb von Apotheken auf, so im Supermarkt Edeka und in den Drogeriemärkten Müller und Rossmann.
Gegen die Auswüchse beim Versandhandel kämpft Josef Kammermeier, stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbandes und Vizepräsident beim Verband Freier Berufe in Bayern schon lange. Denn die Beratung der Patienten und Verbraucher gerät in Ladenketten völlig unter die Räder. Arzneimittel haben aber zwischen Schuhwichse und Scheuerpulver nichts zu suchen. Mittlerweile werden bei der Abgabe von Tierarzneimitteln strengere Regeln angelegt als bei den Humanarzneimitteln. Zudem zeichnen sich die Pick-up-Stellen durch bloße „Rosinenpickerei” aus - die Apotheker dagegen sind zu einer intensiven Beratung und zu einem flächendeckenden Tag- und Nachtdienst verpflichtet.![]()



