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Im Zeichen der Freiberuflichkeit

Erfolgreicher Deutscher Zahnärztetag in München

Mehr als 2300 Teilnehmer am Wissenschaftlichen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), mehr als 1100 Gäste bei der gemeinsamen Eröffnung in der Münchner Residenz, 200 Delegierte der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), mehr als 250 Teilnehmer am Studententag – mit dieser eindrucksvollen Teilnehmerzahl ging am 7. November 2009 der Deutsche Zahnärztetag in München zu Ende.

Politisch stand das Thema Freiberuflichkeit im Mittelpunkt.

Zum Auftakt appellierte der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, an die Freien Berufe, sich aktiv in die Politik einzumischen und dabei auch die Interessen der Patienten zu vertreten. Die neue Bundesregierung müsse auf ihrem Weg unterstützt werden, Mittelstand und Freie Berufe zu stärken. In einer viel beachteten Rede anlässlich der feierlichen Eröffnung des Deutschen Zahnärztetages, die Sie hier als PDF abrufen können, nannte der Minister die Freien Berufe „wichtige Stützpfeiler der Gesellschaft“. Ihre Tätigkeit sei von Verantwortung und Vertrauen geprägt. Ohne Vertrauen gerate die Statik der Gesellschaft ins Wanken. Die historische Entwicklung der Freien Berufe zeige, dass die Liberalisierung der Berufsausübung keinen Schaden, sondern Nutzen für den Bürger mit sich bringt.

Heubisch
, der für sein Engagement in der Selbstverwaltung mit der Goldenen Ehrennadel der deutschen Zahnärzteschaft geehrt worden war, kritisierte die zunehmende Reglementierung der Freien Berufe. Die Eingriffe in die Therapie von Ärzten und Zahnärzten müssten ebenso gestoppt werden wie die Ökonomisierung des Gesundheitssystems. „Die Geiz-Ist-Geil-Mentalität passt nicht zur Gesundheitsversorgung. Patienten dürfen nicht zu Schnäppchenjägern erzogen werden“, sagte Heubisch.

Der Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer, Michael Schwarz, forderte die Bundesländer auf, den Weg für eine neue zahnärztliche Approbationsordnung frei zu machen. Angesichts steigender Studentenzahlen müsse die Betreuungsrelation zwischen Dozenten und Studenten verbessert werden. Scharf kritisierte Schwarz die Haltung der Kultusministerkonferenz, die jede Reform aus Kostengründen blockiere.

Von der Politik erwartet die deutsche Zahnärzteschaft umfassende Reformen im Gesundheitswesen. Dazu zählen die Verbesserung der Wahlmöglichkeiten für den Patienten, ein Stopp der elektronischen Gesundheitskarte, die Abschaffung von Selektivverträgen und die Stärkung der Selbstverwaltung. Die von der neuen Bundesregierung angekündigte Anpassung der Gebührenordnung an den aktuellen Stand der Wissenschaft unter Berücksichtigung der Kostenentwicklung in den vergangenen 20 Jahren müsse umgehend erfolgen.

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