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Psychotherapeuten mahnen Verbesserung der Versorgung in Bayern an
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Wartezeiten von vier Monaten bis zu einem Jahr sind nicht zu akzeptieren
Im Vorfeld der Bundestagswahl fordert die Psychotherapeutenkammer Bayern (PTK Bayern), dass Patienten mit psychischen Störungen schneller einen Psychotherapieplatz finden und dazu die Bedarfsplanung endlich nachzubessern.
Nach den Krankenkassenstatistiken der letzten Jahre steigen die Arbeitsunfähigkeitszeiten wegen psychischer Erkrankungen. Seit dem Jahre 2001 sind psychische Störungen in Deutschland der häufigste Grund für Frühverrentungen. Und bereits 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen leiden nach Angaben der PTK Bayern an psychischen Erkrankungen.
In Bayern ist die Versorgung mit therapeutischen Angeboten sowohl im ambulanten wie auch im stationären Bereich aber schlicht und einfach unzureichend, wie Dr. Nikolaus Melcop, Präsident der PTK Bayern betont. So müssten Patienten mit psychischen Störungen Wartezeiten von vier Monaten bis zu einem Jahr oder sogar Nicht-Behandlungen akzeptieren. Das allerdings hat gravierende Folgen: "Wer zu spät mit einer Psychotherapie beginnt, läuft Gefahr, dass sich sein Leiden verschlimmert oder die Störungen chronisch werden. Das führt zwangsläufig zu höheren Behandlungskosten, welche die Sozialsysteme vermeidbar belasten", so Melcop.
Der Mangel an Therapieplätzen hat nach Aussage der PTK Bayern auch zur Folge, dass den Patienten zu häufig nur Psychopharmaka verschrieben werden, anstatt sie auch psychotherapeutisch zu versorgen. Die Verabreichung von Psychopharmaka könne bei bestimmten psychischen Störungen parallel zu einer Psychotherapie durchaus zielführend sein, nur in einer Psychotherapie aber lerne der Patient, warum er sich in einer Krise befinde und könne gemeinsam mit dem Therapeuten Strategien erarbeiten, um das Problem zu lösen.![]()



