Newsletter lesen

Rücknahmesystem für Arzneimittel vorerst aufgelöst

ABDA Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände sucht nach Lösungsmöglichkeiten

Bisher nahmen Apotheken überzählige oder abgelaufene Arzneimittel zur Entsorgung an. Dieses bundesweite System existiert nun nicht mehr, da der Vertrag zwischen dem Apothekerverband und dem Kölner Entsorger Vfw Remedica Anfang Juni ausgelaufen und eine Nachfolgeregelung noch nicht gefunden ist.

Die Vfw Remedica hat den Vertrag nicht verlängert, da sich das Geschäft aufgrund der stark gesunkenen Preise für Altpapier nicht mehr lohnt. Das Unternehmen hatte die Verpackungen und Beipackzettel der Medikamente wiederverwertet. Der Apothekerverband verhandelt derzeit über einen neuen Vertrag, wobei noch ungeklärt ist, wer künftig die Kosten der Entsorgung übernimmt. Bisher wurde die Rücknahme der Arzneimittel über die Apotheken zum Teil von der Pharma-Industrie bezahlt, die so Beiträge an das Duale System (Grüner Punkt) sparte. Für die Apotheken war das Rücknahmesystem kostenfrei. Nachdem die Pharma-Konzerne als Hersteller die Mehrkosten nicht mehr tragen wollten, stellte die Vfw Remedica die Rücknahme der Arzneimittel ein und verlangt bis zu einer Einigung von den Apotheken eine Kostenbeteiligung von 200 Euro im Jahr.

ABDA-Sprecherin Ursula Sellerberg geht allerdings davon aus, dass es im kommenden Jahr wieder eine bundesweite Regelung geben wird. Bis dahin könnten sich die Apotheken auch an regionale Entsorger wenden oder die Altmedikamente bei kommunalen Sammelstellen abgeben. Letztlich bleibe es wie bisher jeder Apotheke selbst überlassen, ob sie Medikamente zurücknehme oder nicht. Bisher haben die meisten Apotheken Arzneimittel zurückgenommen.

back