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Mittelstandsgipfel im Kanzleramt

BFB-Präsident Dr. Oesingmann vertritt Freiberufler

Kurz bevor sich die Koalitionspartner der Bundesregierung auf das zweite Konjunkturpaket geeinigt haben, tauschte sich Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel mit Selbstständigen und Unternehmern am 9. Januar 2009 auf einem „Mittelstandsgipfel“ aus.

Bei dem Gespräch wurde ausgelotet, welche Auswirkungen die Wirtschaftskrise auf Freiberufler sowie Mittelständler hat und was Abhilfe schaffen könnte.

Die Freien Berufe wurden in der Runde, an der auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück teilnahmen, von BFB-Präsident Dr. Ulrich Oesingmann vertreten.

Dieser skizzierte die unterschiedliche Betroffenheit der freiberuflichen Bereiche und leitete daraus erste spezifische Forderungen ab.

Die Heilberufe als größte Gruppe der Freien Berufe seien vom Konjunkturabsturz zwar zunächst nicht unmittelbar betroffen. Durch die sich abzeichnende Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sei aber zu erwarten, dass die für die Bevölkerungsversorgung zur Verfügung stehenden Mittel aufgrund ihrer Anbindung an die Lohnsumme zurückgehen. Dr. Oesingmann bat hier um Maßnahmen zur Vermeidung von Versorgungsengpässen und forderte für den Fall von Engpässen die Vergabe von Betriebsmittelkrediten zu erleichtern.

Die rechts-, wirtschafts- und steuerberatenden Freien Berufe seien unmittelbar mit ihrem überwiegenden Geschäftsfeld an die gewerblich mittelständische Wirtschaft angebunden. Die Wirtschaftskrise habe hier einen erhöhten Beratungsbedarf zur Bewältigung der Krisensituationen bei gleichzeitigem Honorarausfall durch Existenzverluste zur Folge. Der BFB-Präsident forderte hier zum einen finanzielle Hilfe zur Erhaltung des Beratungsflusses. Zweitens forderte er auch hier eine Erleichterung der Vergabe von Betriebsmittelkrediten.

Die technischen Freien Berufe befinden sich nach Aussage von Dr. Oesingmann bereits unmittelbar in der Krise, da das Aufschieben von Investitionsvorhaben und das Ausbleiben neuer Planungen die Aufträge in diesem Berufsbereich wegbrechen lassen. Dr. Oesingmann appellierte hier an die Bundesregierung die angekündigten Programme zur Sanierung von Gebäuden und Infrastruktur schnellstmöglich anzuschieben.

Für die Urheber und Künstler forderte der BFB-Präsident eine konsequente Einhaltung der bisherigen eingeübten Fördermechanismen wie beispielsweise die Zweckbindung von Mitteln für Kunst am Bau.

Schließlich regte Dr. Oesingmann im Interesse aller Freiberuflergruppen an, die Dienstwagenbesteuerung auf die alte Regelung zurückzuführen, Kurzarbeitergeld auch für freiberufliche Arbeitgeber zugänglich zu machen und Steuervorauszahlungen generell zu senken sowie Stundungen zu erleichtern.

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