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Verband Freier Berufe in Bayern e.V.

Freie Berufe vereint im Kampf gegen den Bologna-Prozess: "Mit uns keine Schmalspurstudiengänge" Drucken E-Mail

Mit Empörung sehen die Freien Berufe, dass die Politik vor den Schwachstellen des Bologna-Prozesses nach wie vor die Augen verschließt. Trotz heftiger Kritik aus Lehre, Wirtschaft, von Seiten der Studierenden und nicht zuletzt von Seiten der Freien Berufe halten die Protagonisten eines zweistufigen Studiums mit Bachelor- und Masterabschluss an der Umsetzung fest.

Dabei legen die jüngsten Beschlüsse der Kultusministerkonferenz vom 15. Oktober 2009 die Schwächen des Bologna-Prozesses offen. Stoffliche Überfrachtung, zu hohe Prüfungsdichte im Gefolge zunehmender Strukturierung und "Verschulung" des Studiums, eine Verschlechterung der nationalen und internationalen Mobilität, eine mangelnde Akzeptanz des Bachelors als erstem, berufsqualifizierendem Abschluss, Qualitätsverlust in der Ausbildung und insbesondere die sich erhöhenden Zahlen von Studienabbrechern sind die wichtigsten Kritikpunkte, die die Freien Berufe schon seit langem sehen. Die Freien Berufe fordern deshalb eine Umkehr: Der Bachelor muss weg - angesagt sind Investitionen, welche die akademische und berufliche Ausbildung tatsächlich verbessern. Dazu sagte VFB-Präsident Dr. Fritz Kempter: "Eine Nivellierung der Ausbildungsziele kommt mit uns nicht in Frage."

Auf der Jahreshauptversammlung des Verbandes Freier Berufe in Bayern am 21. Oktober 2009 trat die Position der Freien Berufe zum Thema Bologna-Prozess offen zutage. Die Rede des Amtschefs im Bayerischen Staatsministerium für Justiz und Verbraucherschutz, Ministerialdirektor Hans-Werner Klotz, zum Thema "Die letzte Bastion - Freie Berufe und der Bologna-Prozess" traf bei den rund 120 anwesenden Freiberuflern einen empfindlichen Nerv.

Nahezu alle Freien Berufe, besonders Ingenieure, Architekten, Steuerberater, Juristen, sogar die Berufsgruppe der Künstler und neuerdings auch die Mediziner sind in ihrer Berufsausbildung von den Neuerungen des Bologna-Prozesses betroffen. Wenngleich es einzelne Berufe wie die Physiotherapeuten gibt, die dem Bologna-Prozess durchaus offen gegenüberstehen, wurde in der anschließenden Diskussion schnell klar, dass die Freien Berufe bei diesem Thema im Großen und Ganzen mit einer Stimme sprechen.